Die Geschichte von Château Margaux reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, doch erst im 16. Jahrhundert legte Pierre de Lestonnac den Grundstein für das Weingut, wie wir es heute kennen. Auf dem einzigartigen „Hügel von Margaux“ – einer Kiesbank, die perfekte Drainage bietet – entstehen seit Jahrhunderten Weine von aristokratischer Eleganz. Bereits Thomas Jefferson schwärmte 1784: „Es kann keine bessere Flasche Bordeaux geben.“
Architektur & Innovation
Das oft als „Versailles des Médoc“ bezeichnete neoklassizistische Schloss wurde 1810 vom Architekten Louis Combes entworfen. Es ist mehr als ein Monument; es ist das Herz einer perfekt durchdachten „Weinbau-Stadt“. Schon im 18. Jahrhundert setzte das Gut Maßstäbe: Kellermeister Berlon trennte als einer der Ersten rote und weiße Rebsorten bei der Vinifizierung und erkannte die Bedeutung des Mikrotisierungs-Einflusses der einzelnen Bodenparzellen.
Klassifikation & Moderne
Bei der historischen Klassifizierung von 1855 wurde Château Margaux als Premier Grand Cru Classé an die absolute Spitze gesetzt. Nach wechselvollen Jahren führte André Mentzelopoulos das Gut ab 1977 mit enormer Energie zurück zu altem Glanz. Heute wird diese Tradition von seiner Tochter Corinne Mentzelopoulos gewahrt.
Der Wein
Ein Château Margaux ist der Inbegriff von Finesse. Während andere Spitzenweine durch Kraft dominieren, besticht Margaux durch eine unvergleichliche aromatische Komplexität, seidige Tannine und eine Eleganz, die oft mit Veilchen- und Zedernholznoten beschrieben wird.